Pilotprojekt Tierischer MitarbeiterPilotprojekt Tierischer Mitarbeiter

Sie befinden sich hier:

  1. Angebote
  2. Kinder, Jugend und Familie
  3. Kindertagesstätten
  4. Kita Regenbogenland

"Tierischer Mitarbeiter - tiergestützte Arbeit in der Kita"

 

 

Pilotprojekt "Tierischer Mitarbeiter"

  • 1. Kurzbeschreibung

    Das Pilotprojekt „Tierischer Mitarbeiter – tiergestützte Arbeit in der Kita“ soll ein wesentlicher Bestandteil des pädagogischen Profils der DRK-Kita „Regenbogenland“ werden.

    Es startete im Dezember 2019 und dauert circa 2 Jahre an. Anschließend findet eine Evaluation statt, welche über das weitere Vorgehen bezüglich des Pilotprojektes entscheidet.

    Das Projekt versteht sich als ein Prozess, in dem das Kita-Team mit den Kindern der Einrichtung und dem „Tierischen Mitarbeiter“ in den 2 Jahren Veränderungen auf den Weg bringt, die dazu beitragen, dass Kompetenzen weiterentwickelt werden (z.B. Umgang mit Ängsten) und der Kita-Alltag für alle zu mehr Wohlbefinden sowie gesunder Lebensweise beiträgt.

    Der aktuelle Stand des Pilotprojektes wird sichtbar und anschaulich für die Eltern und Kinder im Haus ausgehangen.

    Während des gesamten Zeitraums wird uns die Hundeexpertin Frau Carola Schulze, vom Martin Rütter Netzwerk, beratend zur Seite stehen.

  • 2. Vorarbeit für das Pilotprojekt

    Im 4 Quartal 2018 wurde eine Ist-Standanalyse durchgeführt. Dort wurden Daten anhand einer Dokumentenanalyse der aktuellen Konzeption, einer Elternbefragung sowie Mitarbeiterbefragung erhoben. Zudem fanden mit den Kindern der Einrichtung verschiedene Gespräche und Projekte zu gezielten und situationsbedingten Themen im Morgenkreis statt, um den Entwicklungsbedarf für unsere Einrichtung zu erfassen.

    Die gewonnenen Daten wurden mit dem Träger, dem Personal, den Eltern und den Kindern besprochen. Dazu fanden mehrere Dienstberatungen, Elternabende, Gespräche und Projekte mit den Kindern, Hospitationen, Selbststudien zu verschiedenen Themen statt.

    Vor allem unser 6-monatiges Tierprojekt beeinflusste unsere Arbeit positiv und zeigte uns viele Schlüsselmomente auf.

    Danach formulierten wir eine Version die ein großer Herzenswunsch von uns geworden ist und wie folgend lautet:

      „Tierischer Mitarbeiter – tiergestützte Arbeit in der Kita“

    Nach Benennung unserer Vision arbeiteten wir weiter an der Ausarbeitung dieser Idee. Wir nutzten Gespräche und Hospitationen mit anderen Einrichtungen die tiergestützt arbeiten, sprachen mit der Hundeexpertin Frau Schulze sowie mit dem Veterinäramt und dem Gesundheitsamt. Des Weiteren fanden erneut Dienstberatungen, Elternabende usw. statt.

     

     

  • 3. Ziele

    Ziel unseres Pilotprojektes ist es, den Umgang mit dem Hund als Selbstverständlichkeit in den Alltag zu integrieren. Durch seinen Einsatz wird die Entwicklung der Kinder ganzheitlich unterstützt. Das natürliche Grundbedürfnis nach Naturerfahrung wird aufgegriffen und in gewisser Weise befriedigt. Es werden frühkindliche Bildungs-und Entwicklungsprozesse unterstützt, die dazu führen, dass Kinder Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben, in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden und sich Werte, Regeln und Überzeugungen aneignen, die nachhaltig wirken.

    Der Einsatz des Hundes kann in folgenden Bereichen positive Wirkungen erzielen: Gesundheit, Motorik, Sozialverhalten, emotionale Fertigkeiten, Kommunikation, Wahrnehmung und Kognition.

    Die geplanten Maßnahmen tragen dazu bei, dass die Kinder und das Personal unserer Einrichtung in der Wahrnehmung ihrer Umwelt sensibilisiert werden, sich entsprechend notwendiges Wissen aneignen können, sich als selbstwirksam erleben und ihre Persönlichkeitsentwicklung gefördert und die Zufriedenheit sowie Gesundheit von allen gesteigert wird.

    Gesundheit bzw. gesunder Lebensstil ist mehr als nur eine ausgewogene Ernährung, sondern auch regelmäßige Bewegung, Zuwendung sowie Entspannung. Mit diesen Punkten wollen wir unseren Kindern vielfältige Sinneseindrücke vermitteln, die deren Handlungs- und Wahrnehmungskompetenzen stärken und somit auch einen wichtigen Beitrag zu ihrer psychosozialen Gesundheit leisten. Dabei ist es unser Ziel das die Kinder lernen sich selbst einzuschätzen und Selbstvertrauen entwickeln.

    Zudem versuchen wir unsere Kinder, mit unserem Pilotprojekt, zu mehr Bewegung zu aktivieren, denn ausreichend Bewegung bildet wichtige Bausteine für die kindliche Entwicklung. Die Kinder lernen neben ihrem eigenen Körper auch ihre Umwelt kennen und setzen sich vermehr mit ihrem materiellen und sozialen Umfeld auseinander. Auch Kinder, die nur schwer oder gar nicht zur Ruhe finden wollen wir mit unserem Projekt einen Gegenpart zur Bewegung bieten. Denn nur durch den Wechsel von Aktivität und Ruhe/ Anspannung und Entspannung kann die gesunde Entwicklung unterstützt und verschiedene Strategien zur Stressbewältigung erprobt und entwickelt werden. Dies ist nicht zuletzt für das Wohlbefinden wichtig. Wenn Kinder regelmäßig Gelegenheit haben, sich zu entspannen, verbessert sich ihr Körperbewusstsein und ihre Körperwahrnehmung. Auf diese Weise erlangen sie die Kompetenz, ihre eigene Gesundheit zu fördern (im Punkt 4 wird noch einmal genauer auf die Funktion und den positiven Einfluss des Hundes auf die Arbeit eingegangen).

    Des Weiteren wollen wir mit unserem Pilotprojekt einen wichtigen Beitrag zur Hundebiss-Prävention leisten. Ziel ist es Bissverletzungen bei Kindern zwischen 3 und 6 Jahren zu minimieren oder gar zu verhindern.

    Die Kinder und Eltern sollen lernen, wie man mit einem Hund bzw. mit dem eigenen Hund gefahrlos umgeht. Wir geben Tipps zum Verhalten gegenüber Hunden und arbeiten dazu wissenschaftliches Hintergrundwissen auf und geben dieses weiter.

  • 4. Warum wollen wir einen Hund zur tiergestützten Arbeit in unserer Kita integrieren?

    Hunde haben eine positive Wirkung auf Menschen das liegt zum Einen in der Fähigkeit mit uns zu kommunizieren und zum Anderen wirken Hunde durch ihre Authentizität sowie uneingeschränkte Akzeptanz.

    Auch wir möchten die positive Wirkung der Tiere bei der Erziehung und Bildung nutzen. Ziel hierbei ist es, die sozial-emotionalen Lernprozesse zu initiieren, zu unterstützen und den Hund verschiedene Funktionen übernehmen zulassen.

    Verschiedene Funktionen die der „Tierische Mitarbeiter“, in der Arbeit mit Kindern/ Eltern, übernehmen könnte wären zum Beispiel:

    • Die Eisbrecher-Funktion: Hier stellt der Hund Kontakt zum Kind her und bahnt den ersten Beziehungsaufbau an. Durch den hohen Aufforderungscharakter des Hundes, fällt es vielen Kindern leichter mit uns in Kontakt zu treten.
    • Die Katalysator-Funktion: Der Hund beruhigt, erweckt Vertrauen und motiviert alleine durch seine Anwesenheit. Gemeinsam mit dem Hund hat das Kind nicht das Gefühl im Mittelpunkt zu stehen. Es ist eine gute Möglichkeit mit Kindern ins Gespräch zu kommen der Hund dient als Vermittler. Durch den Hund als Identifikations-oder Projektionsobjekt können Kinder eigene Wünsche, Belastungen und Spannungen besser meistern, da eigene Unsicherheiten von dem Hund sofort wahrgenommen und wiedergespiegelt werden.
    • Der Hund als Motivator: Er kann durch seinen Aufforderungscharakter den Einstieg in die Intervention erleichtern und die Motivation dran zu bleiben stärken. Er kann dadurch auch gezielt für das Erlernen bestimmter Verhaltensweisen oder der Aktivierung von individuellen Ressourcen des Kindes eingesetzt werden.
    • Der Hund als Freund: Durch den beständigen Kontakt zum Hund, haben die Kinder die Chance, echte Bindungen aufzubauen. Der Hund lässt sie hautnah erleben, dass Tiere fühlende Wesen sind, die man respektieren muss.

    Fazit:
    Tiere stellen im Leben eine motivierende Bereicherung dar, sie erhöhen die Zufriedenheit und verbessern das Einrichtungsklima. Zahlreiche Studien belegen, dass z.B. die bloße Anwesenheit von Hunden den Stress bei Kindern (auch Erwachsenen) reduziert.

    Hunde tragen dazu bei, eine sichere und angstfreie (Lern)-Atmosphäre sowie eine vertrauensvolle Beziehung einfacher und schneller zwischen pädagogischem Fachpersonal und den Kindern sowie den Erziehungsberechtigten herzustellen. Sie dienen sozusagen als Vermittler zwischen den Welten.

    Dies sind grundlegende Voraussetzungen für eine positive Entwicklung.

    Erziehung und Lernen gelingen, wo Kinder einen vertrauensvollen Beziehungsaufbau erleben. Für Kinder sind Hunde vorurteilsfreie Partner. Sie reagieren direkt, ehrlich und überschaubar. Bei nahezu jedem Menschen sprechen sie Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsbereitschaft, Verbundenheit, Selbstbeherrschung wie auch Geduld und Rücksichtnahme, Erkennen und Akzeptieren von Grenzen an.

    Hunde ermöglichen andere Erfahrungsräume und sind ein wertvolles Medium gerade in der integrativen Arbeit.

  • 5. Hygiene

    Für den Einsatz des Hundes gibt es einen strikten Hygieneplan, der auch an den Hygieneplan der Kita angeheftet wurde. Dieser beinhaltet rechtliche Grundlagen und die Vorgaben zur Vermeidung von Infektionsübertragungen zwischen Hund und Mensch.

    Diesbezüglich achtet Frau Schubert darauf, dass der „Tierische Mitarbeiter“ gesund und konstitutionell für den Einsatz in der Kita geeignet ist. Die vorgeschriebenen Impfungen (laut StIKo Vet), wie auch Prophylaxen gegen Endo- und Ektoparasiten werden in den entsprechenden regelmäßigen Abständen durchgeführt. Die Unterlagen darüber werden mit einem tierärztlichen Gesundheitsattest und den Versicherungsunterlagen zur Tierhaftpflichtversicherung in einem Ordner im Büro von Frau Schubert aufbewahrt und können gegebenenfalls eingesehen werden. Des Weiteren regelt der Hygieneplan auch die Aufenthaltsorte für den Hund in der Kita.

     

     

  • 6. Sicherheitsmanagement

    Der respektvolle Umgang mit dem Hund sowie die Sicherheit und das Wohlergehen von Mensch und Tier stehen stets im Vordergrund und werden mit allen neuen Kindern thematisiert und trainiert. Der Hund läuft niemals alleine oder unbeaufsichtigt durch die Einrichtung und jedes Kind entscheidet selbst, wie nahe es dem Hund kommen möchte.

    Die Eltern sind von der tiergestützten Arbeit in Kenntnis gesetzt wurden und erklären schriftlich ihre Zustimmung oder Ablehnung.

    Besucher werden auf die Anwesenheit des „Tierischen Mitarbeiters“ hingewiesen und es findet eine sichtbare Kennzeichnung der Anwesenheit des Hundes durch ein bebildertes Schild an der Bürotür statt.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Bella und dem Projekt.

Download (PDF)